Das Medienökonomische Rahmenmodell von Döring

doring1.jpgNutzerInnen wählen bewusst bestimmte Medien für ihre Kommunikation. Die Medienauswahl wird von mehreren Faktoren beeinflusst (Döring 2002, S 191):

  • Medienbezogene Faktoren (Verfügbarkeit, Kosten- und Zeitaufwand, mediale Reichhaltigkeit bzw. soziale Präsenz, Aufgabeneignung)
  • Personenbezogene Faktoren (Medienausstattung, Medieneinstellungen, Mediengewohnheiten, Medienkompetenz, Lebenssituation und
  • Persönlichkeit, Ziele, Nutzen)
  • Interpersonale Faktoren (Erreichbarkeit von Kommunikationspartnern mittels einzelner Medien, soziale Normen, Zwang)
  • Als zweiter Faktor beeinflussen die Medienmerkmale die Mediennutzung. Döring (2003, S 192) konstatiert hier sieben relevante Merkmale:

    • Kosten (finanzieller Aufwand, zeitlicher Aufwand, Personalaufwand)
    • Teilnehmerkreis (Anzahl, Zusammensetzung)
    • Zeit (zeitgleich, zeitversetzt mit unterschiedlichen Übertragungsgeschwindigkeit)
    • Modalität (sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken)
    • Code (gesprochene Sprache, Kleidung, Möbel, Schmuck, Mimik,Gestik, Proxemik, Handschrift, Maschinenschrift, Grafik, Foto, Film, etc.)
    • Raum (Kopräsenz, Telepräsenz, keine gemeinsame Lokalität)
    • Kultur (medienspezifische Normen, Werte, Traditionen, Sprachgebräuche, etc.)

    Der dritte Faktor – das mediale Kommunikationsverhalten – wird vor allem durch die persönliche Kompetenz und die Reaktion auf die mediale Umgebung bestimmt. Die sich aus dem Nutzungsverhalten ergebenden sozialen Effekte sind
    nach Döring (2003, S 194 ff) mediale Besonderheiten wie z.B. Entsinnlichung, Enthemmung oder Beschleunigung der Kommunikation. Als soziale Folgen sind dann Identitäts-, Beziehungs- oder Gruppenbildung zu verstehen. Das dargestellte Modell beinhaltet Faktoren, die auch für die Online Kommunikationsprozesse in Wissensgemeinschaften gültig haben.

    Langjährige Erfahrung mit Online Kommunikation im Bildungsbereich gibt es im universitären Einrichtungen, vor allem in den USA.

    „New practices and technologies are adopted by the CoP through the evolution of practice over time. Thus, a CoP can be be an effective hothouse in which (a) new ideas germinate, (b) new methods and tools are developed, and (c) new

    communities are rooted. The CoP can help professionals gain access to, and facility with, ideas, methods, content, and collegues; help novices learn about the profession through apprenticeship and periphal participation; and enable journeymen to become valued resources and community leaders through informal mentoring and participation in multiple work groups.“ (Renninger/Shumar 2003, S 131)

    Renninger/Shumar (2003, S 139ff) zeigen hier bereits das Entwicklungspotenzial auf, das CoP auch im Bildungsbereich beinhalten und stellen in der Diskussions-Analyse ihrer education community „Tapped In“ vier am meisten frequentierte Kategorien von Diskussionsforen fest :

    • Business focused – Bezugnahme auf konkrete Projekte, Meeting Agendas, etc.
    • Meeting Management – Organisation von Online meetings
    • Technology related – Fragen rund um die Plattform Technologie
    • Social Conversation – Plauderei abseits der Themen

    Diese vier Kommunikationsbereiche sollten in der Konzeption von Online Plattformen oder auch in Kursen auf Lernplattformen berücksichtigt werden.

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    Eine Antwort to “Das Medienökonomische Rahmenmodell von Döring”

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    [...] Drittel der SeminarteilnehmerInnen selten online sind. Nicola Döring hat dies sehr gut im “Medienökonomischen Rahmenmodell” erklärt (Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für [...]


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