2 Übersicht – Anwendungen

Eine allgemein anerkannte Auflistung, welche Anwendungen der Social Software zugeordnet werden, liegt aus zuvor erwähnten Gründen noch nicht vor. Eine Klassifikation der einzelnen Anwendungen bietet Hajo Hippner. Drei generelle Zielsetzungen der Anwendungen können unterschieden werden (vgl. Hippner 2006, S. 8):

  • die Archivierung, Publikation und Verteilung von Informationen
  • die Kommunikation zwischen Internetnutzern sowie
  • der Aufbau und die Verwaltung von Beziehungen.

Als eine der übergreifenden Technologien wird RSS definiert, die einen dynamischen Austausch von Inhalten zwischen einzelnen Webseiten ermöglicht. Ob ein RSS Feed von einer Webseite ausgegeben wird, ist an der entsprechenden Kennzeichnung mit verschiedenen Icons erkennbar. Die Erstellung der RSS Feeds erfolgt zumeist automatisch durch das jeweilige System durch implementierte Programmmodule (RSS Generator). Dabei wird eine XML Datei generiert, die nur die Metadaten zur jeweiligen Nachricht und einen Link dorthin enthält. Für die Darstellung der Inhalte wird auf der anderen Seite ein RSS Reader benötigt.
Sofern ein solcher nicht ohnedies in der Software integriert wurde, stehen im Internet eine Reihe von entsprechenden Aggregatoren gratis zum Download zur Verfügung. Nach der Einbindung des Feeds werden beim Aufruf der eigenen Webseite die jeweiligen Inhalte aktuell von der „angesprochenen“ Webseite eingelesen. Schlagzeilen aus Zeitungen, Einträge aus Weblogs oder Wikis lassen
sich auf diese Art sehr einfach vernetzen.
Neben der technischen Vernetzung durch RSS Feeds sehe ich auch noch das „Tagging“als semantische Form der Rückkopplung und Zusammenführung von Information an zentraler Stelle. Darunter ist das gemeinsame Verschlagworten von Informationen zu verstehen. Ein „Tag“ könnte mit einem Deskriptor in einem hierarchischen Thesaurus verglichen werden, allerdings sind Tags nicht durch ein hierarchisches Ordnungssystem von ExpertInnen definiert, sondern sind individuell frei definierbar. Die Vergabe orientiert sich an sich im sozialen Kontext dynamisch entwickelnden Begriffsstrukturen. Es entsteht damit die „Folksonomie“. Gemeinsame „Tags“ hinterlassen gemeinsame Spuren im Internet, die von anderen Usern aufgenommen und weiterverfolgt werden.
Informationen werden so einerseits in einen inhaltlichen andererseits aber auch in einen sozialen individuellen Kontext gestellt. Es ist auch anzumerken, dass Social Software zumeist nicht einer der Kategorien zuzuordnen ist, da oft innerhalb eines Systems verschiedene Zielsetzungen verfolgt werden (vgl. Hippner 2006, S. 8). Beispielsweise dienen Weblogs nicht nur der Informationsweitergabe, sondern bieten durch die Syndication, Kommentarfunktion und eventuell auch eingebundene Foren viel Platz für
Kommunikation. Learning Management Systeme bieten selbstverständlich auch Information. Die Zuordnung der Anwendungen zu einzelnen Bereichen kann daher je nach Einsatz und Schwerpunkt des Herausgebers auch einen anderen Focus aufweisen. Im Kontext dieser Arbeit könnte eine Verortung
folgendermaßen aussehen, wobei ich mich auf jene Anwendungen beschränke, die im Zusammenhang mit der Forschungsfrage Relevanz haben:

soso1.jpg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Liked it here?
Why not try sites on the blogroll...

%d Bloggern gefällt das: